David von Becker & Leo Pompinon

David von Becker & Leo Pompinon

Brennpunkt, 04/2012

Ob in den verwinkelten Gassen von Kairo, während der Semana Santa in Spanien oder in den sozialen Brennpunkten Mexico Citys - David von Becker hält auf seinen Reisen subtile Alltagssituationen fest. »Das Ferne, Fremde ist mir näher als das bereits Vertraute«. Dabei vereint er Dokumentarisches, menschlich Berührendes und künstlerisch Gültiges. Mit Gespür und Präzision, die technischen und ästhetischen Möglichkeiten des Mediums Fotografie voll ausschöpfend, erkennt er das ausdrucksvolle Motiv im Alltäglchen und scheinbar Zufälligem. Seine Arbeiten repräsentieren eine Geschichte und zeigen Momente der Realität, die sich in einem stetigen Wandel befindet und ihre Spuren hinterlässt. Neben der Dramaturgie des Augenblicks tritt somit das Konzept der Visualisierung der Zeit.

In Leo Pompinons Fotografien verwaister Orte zeigt sich die Geschichte des Lebens, ohne direkt sichtbar zu sein. ln stillgelegten Zechen, verlassenen Hotels oder verfallenen Brauereien sucht er nach den Spuren der Vergangenheit, die auch heute noch deutlich lesbar sind. Dabei sind seine Fotografien stets menschenleer. In der einfühlsamen Stille seiner Aufnahmen und in der Detailgenauigkeit seiner Bilder liegt eine außergewöhnliche Kraft. Sie sind Stillleben, die in ihrer Farbigkeit und einzigartigen Qualität eine Kulisse für die Fantasie des Betrachters bilden und ihn in eine einstige Welt entführen.
Die Fotografen David von Becker und Leo Pompinon zeigen einfühlsam und vorurteilsfrei die Facetten des Lebens. Das Vertraute und das Unbekannte, das Naheliegende und das Unerwartete, einen Blick auf das Andere und die eigene Identität und Herkunft.

So authentisch und erzählerisch ihre Aufnahmen sind, ist es durchweg das Alltägliche was sie fasziniert.